Winterkurs 2006

„-22° – da werd’ ich erst richtig warm!“
Steirische Lawinenhunde trotzen arktischen Temperaturen beim jährlichen Winterkurs auf der Tauplitz

Dass kann man sich von Erwin Schume, Ausbildungsleiter der Steirischen Vermissten- und Suchhundestaffel der Steirischen Bergrettung denken, wenn man sieht, wie selbst bei diesen arktischen Temperaturen, die heuer auf der Tauplitz herrschten, bekleidet ist. Dass die Lawinenhunde mit den Temperaturen kein Problem haben, sah man daran, wie freudig sie ihrer „Arbeit“ – dem Suchen „Verschütteter“ – nachgingen.
In der Zeit vom 15. bis einschließlich 20. Jänner 2006  klingt freudiges Hundegebell den Schifahrern im Gebiet der Tauplitz entgegen.  28 Lawinenhundeführer waren der Einladung zum Winterkurs 2006 gefolgt. Wie schon seit Jahren war die Lawinenhundestaffel im Hotel Steirerhof untergebracht. Hier finden die Hundeführer und ihre vierbeinigen Gefährten ideale Bedingungen vor, sowohl von der Unterbringung, wie auch vom Übungsgelände.
Von den beiden für den Kurs Verantwortlichen, Sepp Lederhaas (Leiter der steirischen Lawinenhundestaffel) und Erwin Schume (Ausbildungsleiter) war  für die gesamte Woche ein umfangreiches Programm erstellt worden. Neben der Schulung der Hunde, standen am Abend Vorträge über Einsatztaktik, Einsatzplanung und GPS-Schulung am Programm. Besonderes Augenmerk wird nun schon seit Jahren auf das GPS gelegt, um bei Sucheinsätzen auch das Gebiet zu dokumentieren, das von den Hunden abgesucht wurde. Auch war kein Hundeführer mehr ohne eigenen Laptop angereist, um die Vorträge gleich auf den PC zu spielen, um sie sich zu Hause nochmals und in aller Ruhe durchzusehen.
Die steirischen Lawinenhunde teilen sich in 3 Gruppen. Die A-Hunde sind erstmals am Kurs. Die B-Hunde haben die Grundschulung schon hinter sich. Die „Königsklasse“ unter den Lawinenhunden stellen die C-Hunde dar, die voll ausgebildete Lawinensuchhunde sind. Denn nur sie dürfen in Aigen, beim Hubschraubergeschwader des Bundesheeres, an den Wochenenden Dienst machen und werden bei Unglücksfällen von dort direkt an die Unglücksstelle geflogen.
Während bis Dienstag sehr schöne Witterungsbedingungen mit jedoch arktischen Temperaturen vorherrschten, schlug das Wetter am Mittwoch um. Es herrschte starkes Schneetreiben und Sturm. Speziell Sturm und damit verbundenes Schneetreiben erschwert die Arbeit der Hunde, da die Schneekristalle die feinen Hundenasen „verstopfen“ die Suchleistung stark beeinträchtigen und der Hund nicht mehr so „gut“ Witterung aufnehmen kann.
Trotz dieser Verhältnisse, oder gerade deswegen, wurde auch an diesen Tagen intensiv geübt, denn wie die Erfahrung gezeigt hat, passieren geraden bei solchen Verhältnissen Lawinenunglücke.
Am Donnerstag fand eine abschließende Übung statt, die zur vollen Zufriedenheit aller ausfiel. Die Hunde zeigten hervorragende Leistungen, im speziellen auch deshalb weil die „Opfer“ bis zu 2m unter den Schneemassen „begraben“ waren. Bei der Abschlussbesprechung lobte Erwin Schume seine Hundeführer, denn es ist nicht damit getan nur zu den Kursen zu fahren, man muss zu Hause auch weiter in Eigenverantwortung mit seinem Hund arbeiten und trainieren. Dass bei einem solchen Zeitaufwand die Familie „dahinter stehen“ muss, ist nur zu verständlich.
Wie sagte Erwin Schume: „Hundeführer sind Persönlichkeiten mit Durchhaltevermögen und stehen mit beiden Beinen im Leben!“


Aufbruch ins Übungsgebiet


Einsatzbesprechung


Und los geht die Suche....

...gleich hab' ich ihn!

 

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