Kalte Hundeschnauzen im Kampf gegen den Lawinentod
(Steirische Lawinenhundeführer auf Winterkurs)

In der Zeit von 11. – 16. Jänner 2015 fand heuer der Kurs der Steirischen Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel auf der Tauplitz, im gastlichen Haus der Familie Reischl,  statt. Bei idealen äußeren Temperaturen und Witterungsbedingungen wurde die ganze Woche trainiert und geübt.

Die steirischen Lawinenhunde teilen sich in 3 Gruppen. Die sogenannten A-Hunde sind erstmals am Kurs und in dieser Gruppe waren heuer 8 Junghunde, die das erste Mal in die Arbeit eines Lawinenhundes "schuppern" konnten. Die B-Hunde haben die Grundschulung schon hinter sich. Die Königsklasse unter den Lawinenhunden stellen die CW-Hunde dar, die voll ausgebildete Lawinensuchhunde sind. Bei der am Ende der Woche abgehaltenen Einsatzüberprüfung müssen die A-Hunde auf einem Lawinenfeld, auf dem eine Person die in 80-100cm Tiefe vergraben ist, diese finden, während die C-Hunde auf einem großen Lawinenfeld zwei Verschüttete Personen aus 100-150cm Tiefe "erschnüffeln" müssen.

Der Tagesablauf gestaltet sich jeden Tag  gleich. In der Zeit von 6.30 Uhr bis 7.30 findet für die Hundeführer das Frühstück statt. Vorher schon sind die Hundeführer mit ihren Gefährten draußen unterwegs.  In der Zeit von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr sind verschiedene Gruppen, je nach Ausbildungsstand der Hunde, im Gelände unterwegs – egal bei welchen Wind und Witterungsverhältnissen. Der Hund muss auch schlechten Wind- und Witterungsbedingungen seiner „Arbeit“  nachgehen, denn die meisten Unfälle passieren bekanntlich nicht bei Schönwetter, sondern bei Sturm, Nebel und sehr oft in der Nacht. Nach der Rückkehr aus dem Gelände erfolgt eine genaue Analyse des abgelaufenen Tages und es werden Verbesserungspotentiale besprochen. Anschließend Vorträge über Einsatztaktik, Einsatzplanung, Hundearbeit, GPS, medizinische Erstversorgung, und, und, und… Neben Stefan Schröck, Gebietsleiter von Liezen, der ein neues Gerät auf GPS-Basis für eine verbesserte Einsatzkoordinierung im Gelände präsentierte, waren Martin Edlinger, der einen Vortrag über Lawinen hielt, sowie Dr. Peter Neubauer, der über die medizinische Versorgung von Lawinenopfern referierte, als Fachreferenten vor Ort.

Interessant zu beobachten ist die Ausbildung der jungen Hunde. Es wird ihnen in ganz einfacher, spielerischer Art und Weise vermittelt was von ihnen erwartet wird. Alles geschieht im Zusammenspiel zwischen Ausbildungsleiter (Gerhard Herzmaier) und dem jeweiligen Hundeführer. Man spürt erstens die tiefe Verbundenheit der Hundeführer zu ihren Hunden und auch mit welcher Freude die Hunde ihrer „Arbeit“ nachgehen. Schon sehr früh zeigt sich, ob ein Hund für die Ausbildung zum Lawinenhund geeignet ist.

Um die Lawinenhunde an einsatzmäßige Bedingungen zu gewöhnen, stellt sich auch jedes Jahr das Bundesheer aus Aigen mit einer Alouette ein. Erstens, um die jungen Hunde an den Hubschrauber zu gewöhnen und zweitens, die Einsatzhunde, die ihren Einsatzflug außen am Helikopter absolvieren müssen. Es ist immer ein Erlebnis zu beobachten mit welcher Ungeduld die Hunde auf ihren Flug warten.

Immer wieder gern gesehene Gäste, sind Vertreter der Presse und Medien, die sich so vor Ort von der Qualität der Ausbildung ein eigenes Bild machen; heuer unter anderem ein Team von ORF und ATV.

Fotos & Text: E.Bretterbauer, Presse & Medien, Bergrettung Steiermark