Rückblick des Referenten zum Winterkurs 2011 

Am Sonntag den 13. Jänner 2011 begann der 33. Lawinenhundekurs auf der Tauplitzalm. Nach den gesundheitlichen Problemen meiner Frau im letzten Jahr freute ich mich auf meinen dritten Winterkurs als Referent. Die Kursvorbereitung war abgeschlossen und ich hatte alles vorbereitet und reiste mit meinem Freund Christoph Stücklschweiger an. Bei traumhaft schönem Wetter und milden Temperaturen wurden wir vom Hausherrn Franz Reischl empfangen. Die A-Hundeführer waren bereits vollzählig angereist und unternahmen eine kleine Schitour in das Gelände, damit sich die Hunde aneinander gewöhnen. Ich musste noch einige organisatorische Sachen erledigen und wir folgen der Gruppe am Nachmittag und treffen sie in der Almrauschhütte am Fuße des Steirersees an. Gemütlich sitzen sie in einer großen Runde und diskutieren über die Arbeit in der kommenden Woche. Anschließend geht es wieder zurück zu unserem Kursstandort und alle Teilnehmer haben sich gut eingelebt. 

Am Montag beginnt Ausbildungsleiter Reinhard Hirschmugl mit einem Vortrag über den Junghundeaufbau und erläutert die neue Ausbildungsordnung. Anschließend geht es in das Gelände und in den Gruppen wird eifrig gearbeitet.

Am Nachmittag absolviere ich mit meiner Kaya noch die vorbereitete Versuchsstation von Hans Wurmbauer. Wir wollten bei diesem Kurs neue Erkenntnisse gewinnen und Wurmi hatte bereits Tage zuvor alles vorbereitet. Zahlreiche Schläuche wurden händisch in der Schneedecke vergraben und mit einem technischen Gerät wurde Atemluft und Körpergeruch in die Schläuche gepumpt. Das Projekt funktionierte und Hans dokumentierte jeden Schritt um eine Abschlussarbeit über die Versuche zu verfassen. Ich war begeistert von seiner Arbeit und seinem Einsatz und  ist wohl einzigartig in den Lawinenhundestaffeln.

Am Abend bringt mich Franz noch mit dem Skidoo ins Tal und ich halte bei einer Schulklasse aus Gratkorn im Quartier einen Vortrag über Lawinenkunde und die Ausbildung von Lawinenhunden. Die Kinder sind sehr aufmerksam und begeistert und wollen uns in dieser Woche noch auf der Alm besuchen um sich die Arbeit der Lawinenhunde anzusehen. 

Dienstag der 3 Tag beginnt wieder bei herrlichem Wetter, unser erfahrene Hundeführer Hans Wurmbauer hält einen großartigen Vortrag über die Handhabung des GPS. Nach langer Vorbereitung im letzten Jahr hatten wir eine GPS-Aktion durchgeführt und 22 Hundeführer entschlossen sich zu einem Gerät, welches dem neuesten Stand entsprach. Die Lawinenhundestaffel ist somit zu 100 % ausgestattet und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass auch unsere älteren Kameraden mitgezogen haben und wir für zukünftige Einsätze bestens ausgerüstet sind. Die gegenseitige Hilfe durch die gleichen Geräte bewährte sich bereits bei diesem Kurs und alle Teilnehmer arbeiteten mit Freunde daran.

Danach gehen die Gruppen wieder in das Gelände und leisten wieder tolle Arbeiten. Am Nachmittag wollen wir die Hunde etwas bewegen und fahren mit den Schiern ins Tal. Ungewöhnlich für diese Jahreszeit absolvieren wir eine herrliche Firnabfahrt bis ins Tal und meine Jungs strahlen beim Eintreffen im Heimathaus von Ausbildner Stefan Mösselberger. Dort werden wir wieder herzlich empfangen und sitzen in einer großen Runde zusammen und genießen den ofenfrischen Schweinsbraten von unserer lieben Erika Mösselberger. In der Staffel herrscht eine spürbare Ruhe und eine große Kameradschaft und mit dem Sessellift geht es wieder hinauf  zum Sporthotel Kirchenwirt. Zur Freude aller Teilnehmer besuchte uns noch der Landesleiterstellvertreter Michael Miggitsch aus Graz, um die Grüße der Landesleitung zu überbringen. Für alle Kursteilnehmer ging ein unbeschreiblich schöner Tag zu Ende. 

Am Mittwoch bringt Herzi einen Vortrag über die letzte Gebietsübung in Hohentauern und dabei wird die Einsatztaktik bei einem Lawinenunfall wieder stark forciert. Ausbildner Gerhard Herzmaier ist ein Mann mit großer Einsatz Erfahrung und hat als Einatzleiter in der Bergrettung einen sehr hohen Stellenwert. Anschließend geht es wieder in das Gelände und die A-Hundeführer bereiten sich auf ihre Prüfung vor.

Ich schaue mir mit dem eingetroffenen Bundesreferenten Sepp Lederhaas die Prüfung an und bin von unserem Nachwuchs restlos begeistert. Seit meiner langjährigen Zeit in der Staffel habe ich noch nie eine derartige Arbeit von Junghunden gesehen und es ist somit in der Zukunft für tollen Nachwuchs gesorgt. Auch unsere langjährigen Kameraden Dr. Gerhard Rupar und Walter Flatscher besuchten uns mit ihren Junghunden und zeigten trotz ihres zarten Alters bereits großes Interesse an der Lawinenhundeausbildung. 

Am Nachmittag besuchte uns der AEG-Leiter Christian Huber aus Liezen um uns die Vorschriften des BMI-Hubschrauber näher zu erläutern. Im Dezember 2010 gelang es uns mit dem BMI ein zweites Pick-Up System ins Leben zu rufen. Bei zukünftigen Einsätzen wird somit sofort ein Bergrettungslawinenhund bei seinen Koordinaten abgeholt und auf den Lawinenkegel gebracht. Eine noch nie da gewesene Harmonie und Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bergrettung war entstanden und ich war unheimlich Stolz darauf.

In der Zwischenzeit war der Referent Lorenz Geiger aus Kärnten mit seiner Lebensgefährtin Dr. Dr. Ully Rolles bei uns eingetroffen und sie hielt noch einen Vortrag der besonderen Art über Suizid. Obwohl meine Kameraden am Ende sehr nachdenklich schienen konnten wir sehr wertvolle Informationen über den Umgang mit suizidgefährdeten Menschen im Zuge eines Einsatzes oder aber auch im privaten Bereich mitnehmen.

Am Schluss dieses Tages durfte ich noch unsere langjährigen Freunde des ÖAMTC-Stützpunktes, Gerhard Brunner und Api Brugger, begrüßen, welche wieder per Tourenschi die Anreise in Angriff genommen hatten, um uns einen Besuch abzustatten. Der Stützpunktleiter berichtete über den aktuellen Stand in der Flugrettung und bedankte sich für die Zusammenarbeit anlässlich des Bereitschaftsdienstes im Pick-Up mit den ÖAMTC-Hubschraubern.

Ein langer Tag ging zu Ende aber die Anwesenheit aller wichtigen Organisationen machte mir große Freude und zeigte mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. 

Am Donnerstag hatten wir witterungsbedingt einen kleinen Einbruch bei unserem Kursprogramm. Am Vormittag hätte Flugretter Armin Trinker vom BMI einen Vortrag über die Flugpolizei gehalten. Danach standen praktische Übungen  und das Ein- und Aussteigen sowie Flüge mit einer neuen EC 135 des BMI auf dem Programm. Aufgrund der schlechten Witterung konnte der HS in Graz nicht starten und somit musste dieser Programmpunkt auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Am Vormittag improvisierte daher unser Dr. Peter Neubauer einen sehr interessanten Vortrag über Erste Hilfe und Peter ist für uns eine unglaubliche Bereicherung in der Staffel.

Am Nachmittag wurden von der A-Gruppe die Vorbereitungshandlungen für die Nachteinsatzüberprüfung  erledigt und bei Einbruch der Dunkelheit fand erstmalig für alle Einsatzhundeführer eine derartige Überprüfung statt. Im vergangen Winter mussten wir zu einem Lawineneinsatz bei Einbruch der Dunkelheit und deshalb wollten wir diese schwierigen Verhältnisse beüben um darauf vorbereitet zu sein.

Alle Teilnehmer bestanden die Einsatzüberprüfung und es konnten sehr viele Erfahrungen daraus mitgenommen werden. Unser neuer Hundeführer Norbert Pichler bestand seine Feuertaufe als Einsatzleiter und bei Schneeregen gebührte unseren A-Hundeführern für ihre großartige Arbeit an diesem Tag großes Lob. 

Bei der anschließenden Abschlussbesprechung in der Almrauschhütte konnten sich die Teilnehmer wieder trocknen und es wurde noch lange über die Nachtübung diskutiert. 

Am Freitag musste aufgrund des starken Regens von einer Schitour Abstand genommen werden und der Kurs wurde mit der Urkundenverteilung und Auszeichnung von Stefan Mösselberger als neuen Einsatzhundeführer abgeschlossen.  

Ich sage Danke bei meinen Hundeführern für ihre ausgezeichnete Disziplin und und ihren Einsatz und bedanke mich beim Sporthotel Kirchenwirt für die unbeschreiblich nette Unterbringung

Nachfolgend einige Impressionen vom Winterkurs