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In der Zeit von 11. – 16. Jänner 2008 fand heuer der Kurs der
Steirischen Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel auf der
Tauplitz, im gastlichen Haus der Familie Reischl, statt. Bei idealen
äußeren Temperaturen wurde die ganze Woche trainiert und geübt.
Die steirischen Lawinenhunde teilen sich in 3 Gruppen. Die so
genannten A-Hunde sind erstmals am Kurs. Die B-Hunde haben die
Grundschulung schon hinter sich. Die Königsklasse unter den
Lawinenhunden stellen die C-Hunde dar, die voll ausgebildete
Lawinensuchhunde sind. Während für die ersten beiden Gruppen schon
von Sonntag an Schulung angesagt ist, stoßen die C-Hunde erst ab
Mitte der Woche zur Gruppe, denn sie sind nur mehr zur Überprüfung
ihrer Fähigkeiten angereist.
Heuer überzeugte sich der Bundesreferent Michael Höflinger von der
Arbeit der Steirischen Lawinenhunde und war begeistert von den
gezeigten Leistungen der Vierbeiner.
Der Tagesablauf gestaltet sich jeden Tag gleich. In der Zeit von
6.30 Uhr bis 7.30 findet für die Hundeführer das Frühstück statt.
Vorher schon sind die Hundeführer mit ihren Gefährten draußen
unterwegs. In der Zeit von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr sind verschiedene
Gruppen, je nach Ausbildungsstand der Hunde, im Gelände unterwegs –
egal bei welchen Wind und Witterungsverhältnissen. Der Hund muss
auch schlechten Wind- und Witterungsbedingungen seiner „Arbeit“
nachgehen, denn die meisten Unfälle passieren bekanntlich nicht bei
Schönwetter, sondern bei Sturm, Nebel und sehr oft in der Nacht.
Nach der Rückkehr aus dem Gelände erfolgt eine genaue Analyse des
abgelaufenen Tages und es werden Verbesserungspotentiale besprochen.
Anschließend Vorträge über Einsatztaktik, Einsatzplanung,
Hundearbeit, GPS, medizinische Erstversorgung, und, und, und… Gerne
kommen auch die verschiedenen Referenten des Steirischen
Bergrettungsdienstes zu Besuch, erstens um sich von der Arbeit der
Lawinenhundeführer zu überzeugen und auch, um mit Fachvorträgen den
Hundeführern neues Wissen zu vermitteln. So hielten heuer
Landesausbilder Peter Strimitzer einen Vortrag über Lawinenkunde und
Einsatztaktik und Franz Anderle einen Vortrag über GPS. Auch wird so
die Kommunikation im Einsatzfall verbessert.
Interessant zu beobachten ist die Ausbildung der jungen Hunde. Es
wird ihnen in ganz einfacher, spielerischer Art und Weise vermittelt
was von ihnen erwartet wird. Alles geschieht im Zusammenspiel
zwischen Ausbildungsleiter (Reinhard Hirschmugl) und dem jeweiligen
Hundeführer. Man spürt erstens die tiefe Verbundenheit der
Hundeführer zu ihren Hunden und auch mit welcher Freude die Hunde
ihrer „Arbeit“ nachgehen. Schon sehr früh zeigt sich, ob ein Hund
für die Ausbildung zum Lawinenhund geeignet ist.
Wie wichtig die Zusammenarbeit im Unglücksfall ist, zeigen immer
wieder Lawinenunglück, wo Bergrettung und Lawinenhundestaffel
gemeinsam im Einsatz stehen.
Weißer Tod - Kampf gegen die Uhr
In der Regel überleben 90 Prozent aller Verschütteten, wenn die
Helfer sie in den ersten 15 Minuten bergen können, nach dreißig
Minuten überleben nur noch 25 Prozent. Ohne Atemhöhle erstickt das
Opfer in dieser Zeit, denn in den Schneemassen kann es sich nicht
bewegen und Nase und Mund sind mit Schnee verstopft. Doch selbst
wenn es dem Verschütteten gelungen ist, eine Atemhöhle zu graben,
lastet trotzdem noch ein Druck von etwa 2,5 Kubikmetern Schnee auf
ihm und reduziert sein Atemvolumen.
Bereits nach wenigen Minuten im Schnee sinkt die Körpertemperatur
auf unter 25 Grad
Doch selbst wenn die Bergretter über ein Ortungssystem verfügen –
wodurch die Suchzeit auf ungefähr sechs Minuten verkürzt wird –,
bleibt die Rettungsaktion ein Kampf gegen die Uhr. Denn bereits nach
wenigen Minuten im Schnee beginnt die innere Körpertemperatur des
Verschütteten auf weniger als 25 Grad abzusinken. Was zur Folge hat,
dass die Extremitäten langsam abfrieren. Allerdings arbeiten die
lebenswichtigen Organe noch einige Zeit weiter.
Meist liegt der Verschüttete etwa einen Meter tief im Schnee
begraben. So braucht das Rettungsteam nochmals mindestens sechs
Minuten, um zu ihm vorzustoßen. Da die Atemwege des Opfers oft mit
Schnee verstopft sind, leidet es, auch wenn es sich eine Atemhöhle
schaffen konnte, unter akutem Sauerstoffmangel. Für die
Wiederbeatmung bleibt den Rettern meist nur noch drei Minuten Zeit,
bevor das Lawinenopfer erstickt. Erst wenn diese lebensnotwendige
Maßnahme durchgeführt ist, kann der Verschüttete komplett aus seinem
Schneegrab befreit und abtransportiert werden.
Um für all diese Eventualitäten gerüstet zu sein stehen die
Bergretter und Lawinenhundeführer rund um die Uhr in
Einsatzbereitschaft um diese Zeitspannen größtmöglich zu minimieren
gemäß unserem Motto:
Egal wann, egal wo….
Wir finden immer einen Weg!
In den Bergen kann schneller etwas passieren als man denkt.
Wann immer Sie Hilfe brauchen, dann holen wir Sie raus –auch aus
sehr schwierigem Gelände. Rund um die Uhr.
Dafür stehen mehr als 1600 bestens ausgebildete Bergretter/innen in
der Steiermark zur Verfügung. Freiwillig und ehrenamtlich. |