Rückblick des Referenten zum Winterkurs 2009

Es ist Sonntag der 11. Jänner 2009, ich packe meine letzten Sachen und der 1 Winterkurs als Referent beginnt. Ich bin leicht nervös, obwohl ich alles vorbereitet und geplant habe. Das Wetter ist traumhaft schön, strahlend blauer Himmel auf der Tauplitzalm und milde Temperaturen empfangen uns. Die A-Hundeführer sind bereits vollzählig angereist und werden vom neuen Ausbildungsleiter Reinhard Hirschmugl eingewiesen. Während die Hundeführer zu einer kleinen Schitour in das Gelände aufbrechen, damit sich die Hunde aneinander gewöhnen und kennen lernen, helfen mir Franz und Christoph noch schnell unsere neue Einatzbekleidung für alle Hundeführer den Größen entsprechend aufzuteilen. Rot-schwarz die Farbe der Bergrettung hat wieder Einzug in der Staffel gehalten und nur ein kleiner unauffälliger Schriftzug „Lawinenhundestaffel“ läst erkennen, das wir eine Zusatzausbildung in der Bergrettung haben. Wir folgen der Gruppe am Nachmittag und treffen sie in der neuen Hütte unseres Talschaftsführers Stefan Mösselberger am Fuße des Steirersees an. Gemütlich sitzen sie in einer großen Runde und ich schaue in zufriedene Gesichter. Nach einer kurzen Rast brechen wir wieder auf. Der erste Tag neigt sich zu Ende und wir werden von unserem Hausherrn Franz Reischl und seiner Erika im Sporthotel Kirchenwirt im wahrsten Sinne des Wortes verwöhnt.

Montag Morgen ich schaue aus dem Fenster und die Sonne blinzelt bei herrlicher Morgenstimmung auf unserem Balkon. Nach einem Vortrag über die Arbeit mit Junghunden beginnt der 1 Tag im Gelände. Alle Teilnehmer sind mit großem Ergeiz dabei und kommen erst am späten Nachmittag zurück. Ich gehe zu allen Gruppen, welche mit 4 Teilnehmern sehr klein gehalten wurde, um eine intensive Arbeit für jeden Hundeführer zu gewährleisten. Dabei bemerke ich den großen Einsatz und die Freude bei der Arbeit, obwohl sehr viele Mannlöcher gegraben werden mussten, ich bin sehr zufrieden.

Dienstag der 3 Tag beginnt wieder bei herrlichem Wetter, unser erfahrene Hundeführer Hans Wurmbauer hält einen großartigen Vortrag über die einzelnen Lawinenhundeprüfungen, welche unsere jungen Hundeführer für die Einatztauglichkeit ebenfalls benötigen und Hans spricht aus Erfahrung, hat er doch viele Prüfungen im Ausland absolviert und zuletzt sogar die Lawinenhundeprüfung C mit Vorzüglich abgelegt. Mit großen Erwartungen gehen die Gruppen wieder in das Gelände und leisten wieder tolle Arbeiten. Am Nachmittag wollen wir die Hunde etwas bewegen und fahren mit den Schiern ins Tal. Wir werden im Heimathaus von Stefan herzlich empfangen und sitzen in seinem gemütlichen Troadkasten in einer großen Runde zusammen und genießen den herrlichen Schweinsbraten mit Kraut und Knödel von unserer lieben Mösselberger Mutter zubereitet. Ich spüre die große Kameradschaft in der Truppe und freue mich auf den nächsten Tag, teils zu Fuß oder mit dem Sessellift geht es wieder hinauf  auf die Alm.

Mittwoch der längste Tag steht uns bevor. Um 08:30 beginnt der Vortrag von LA Peter Strimitzer über die Einsatztaktik bei einem Lawinenunfall in Zusammenarbeit mit der Hundestaffel. Ich bin begeistert vom Vortrag und diesem Menschen. Er begleitet uns in den nächsten Tagen und man hatte das Gefühl, als gehöre er schon immer zu uns. Wir haben uns in den letzten Jahren von der Bergrettung sehr entfernt und ich wollte mit einem Landesausbildner wieder enger zur Bergrettung kommen, um im Ernstfall gut zusammen  arbeiten zu können. Ich bin froh, dass uns Herzi diesen super Typen zum Kurs gebracht hat.

Die Junghundeführer legen am Vormittag ihre A-Prüfung ab und ich bin mit den gezeigten Leistungen mehr als zufrieden. Am Nachmittag habe ich mit Peter einen kleinen Bewerb mit VS-Suche vorbereitet und Herzi bringt viel Spaß in die Sache. Auch wenn in den Ortsstellen geübt wird, denke ich, es gehört dazu, dass das Pieps suchen auch zu einem Lawinenhundekurs dazu gehört. Für die besten Gruppen hatte ich ein paar Preise vorbereiten und den Burschen hat es sichtlich Spaß gemacht.

Nach einer kurzen Einkehr im Naturfreundehaus kehrten die Gruppen wieder zeitgerecht zurück und unser alter Freund und jahrzehntelanger Referent Mag. Franz Anderle besucht uns, um einen Vortrag über das GPS zu halten.

Nach einem Vortrag der besonderen Art, mit sehr viel Hintergrundwissen über das GPS,  verbringen wir noch gemütliche Stunden mit Franz und plaudern über vergangene Zeiten.  

Zu später Stunde besucht uns noch C 14 Stützpunktleiter Gerhard Brunner aus Niederöblarn, um über ein neues Bereitschaftssystem zu diskutieren. Um dem weißen Tod den Kampf anzusagen hat man sich aufgrund aktueller Statistiken schnell geeinigt, dass während der Wintermonate ein ständiger Bereitschaftsdienst eines Hundeführers eingeführt wird. Auch dieser Programmpunkt konnte positiv abgeschlossen werden und ich sinke müde ins Bett, um für den Tag der Wahrheit, sprich Einatzüberprüfung gerüstet zu sein. 

Bereits beim Frühstück verspüre ich leichte Nervosität bei den Kursteilnehmern. Der Puls steigt weiter, als sie zum gigantischen Lawinenfeld mit ca 8000 m2 und hunderten von Kegeln am Fuße des Großsees kommen.

Unter strenger Aufsicht des Ausbildungsleiter Reinhard  Hirschmugl und dem inzwischen eingetroffenen Bundesreferenten Michael Höflinger aus Tirol legen alle Hundführer ihre Einsatzüberprüfung positiv ab. Der Bundesreferent bescheinigt der Steirischen Lawinenhundestaffel bei der Urkundenverteilung eine ausgezeichnete Arbeit und ich war sehr stolz auf meine Hundeführer. 

Freitag der letzte Tag bricht an und es sollte der Höhepunkt des Kurses und eine kleine Belohnung für alle Teilnehmer für ihren Einsatz und Disziplin werden. Der Hubschrauber der Kaserne Aigen sollte die Junghunde an das Gerät gewöhnen und die Einsatzhunde am Tau zum Großen Tragl bringen. Herrliches Wetter auf der Tauplitzalm und 1000 Höhenmeter Tiefschneeabfahrt standen bevor, doch der dichte Nebel im Tal macht dieses Vorhaben zunichte. Dieser bittere Beigeschmack konnte jedoch der großartigen Moral in der neuen Staffel keinen Abbruch tun und bei der abschließenden Kursbesprechung war ich doch sichtlich gerührt, als die ältesten Hundeführer vom schönsten Lawinenhundekurs und einer Kameradschaft wie in alten Zeiten sprachen.

Die ganze Arbeit hatte sich gelohnt und mein Ziel wurde erfüllt, jeder Hundführer sollte sich schon bei der Abreise auf den 32. Lawinenhundekurs freuen.  

Zum Abschluss sage ich Danke

Der Landesleitung an der Spitze Dr. Fritz Seidl für die neue Einkleidung.

Meinem Ausbildungsteam mit Reinhard Hirschmugl für die ausgezeichnete Arbeit.

LA Peter Strimitzer für seinen Vortrag und seine Unterstützung auf den Lawinenfeldern.

Mag. Franz Anderle für sein Kommen und den ausgezeichneten Vortrag

Stützpunktleiter Gerhard Brunner vom ÖAMTC und Landesleiterstellvertreter Sepp Ranner für die konstruktive Arbeit hinsichtlich des neuen Bereitschaftsdienstes beim C 14.

Bundesreferent Michael Höflinger aus Tirol für die Beurteilung des Ausbildungsstandes in der Steiermark.

Landesausbildungsleiter Ing. Andreas Staudacher und Landesleiterstellvertreter Michael Miggitsch für den Besuch beim Winterkurs, wodurch die Verbundenheit der Landesleitung zur Staffel dokumentiert wurde.

Pressesprecher Erich Bretterbauer für die Arbeit auf unserer HP und die Medienberichte.

Franz Reischl für die tolle Präparierung der Lawinenfelder.

Dem Team des Sporthotels Kirchenwirt mit ihrer Chefin Erika für die ausgezeichnete Unterbringung

Ganz besonders bedanke ich bei „meinen Hundeführern“ für ihren Einsatz, ihre Disziplin und die tolle Kameradschaft, welche während des gesamten Kurses gezeigt wurde.

Es macht mir Freude mit euch zu arbeiten und lässt mich optimistisch in die Zukunft blicken.

Kito das jüngste Mitglied in der Staffel gerade mal 11 Wochen alt Hundeführer bei der Arbeit
Der neue Hundeführer Andreas Gütersberger Früh übt sich wer ein Meister werden will
Gewöhnung an das Mannloch für Kito Ausbildner Hans Schuster mit seinem Aron
Ludwig Lengdorfer mit Aiko Das Urgestein Christoph Stücklschweiger
HF Patrick Stockreiter mit Rifka Hans Wurmbauer mit Kendo
Einsatzüberprüfung mit Ausbildungsleiter Reinhard Hirschmugl Eine Meisterleistung von JUP in 4 min auf 8000 m2 Lawinenfeld
Zurück zu Bilder und Berichte