Canyoning Koordinierung Tessin 14.-18.9.2016

Die Koordinierung 2016 führte uns wieder ins wunderschöne Tessin in der Südschweiz, wo wir eine Vielzahl an perfekten Übungstouren vorfinden können.

Am Mittwoch fuhren 16 Canyoningretter mit 2 VW Bussen mit Anhängern los, um 11 Stunden später die gewohnte Unterkunft, die Jugendherberge Ostello Cresciano“ zu erreichen.

Am folgenden Tag regnete es zum Teil sehr stark, sodass die Wasserpegel in den Schluchten stark anschwollen und eine Begehung zu gefährlich gewesen war. Trotzdem konnten wir den Tag am Schlussbecken der „Iragna“ Schlucht perfekt für uns nutzen, indem wir neue Bergetechniken bezüglich Rettung nach oben (ähnlich wie bei Spaltenbergungen) ausprobierten.

Der hohe Wasserpegel am Schluchtausgang, die damit verbundene starke Strömung und die turbulenten Wasserbecken boten sich hervorragend für Schwimmübungen zur Menschenrettung an.

Ausgiebig konnten wir auch unsere neue schwimmfähige Kong-Trage testen, in der wir Patienten völlig trocken im Wildwasser transportieren können. Eine spanische Berg-und Canyoningrettungsgruppe sah uns bei unseren Übungen zu und wir kamen mit ihnen über diverse Unterschiede in unseren Rettungstechniken zu sprechen.

Das Wetter besserte sich zum Glück und dadurch konnten wir am Freitag eine durchgehende Begehung des Iragna Canyons durchführen. Der Wasserpegel war immer noch sehr sportlich. Jeder Canyoningretter musste sein Bestes geben und es waren zum Teil komplexe Seilmanöver nötig, um schwierige und gefährliche Passagen gefahrlos zu überwinden.

Abends saßen wir wie gewohnt in der Herberge und mehrere Kameraden bereiteten für den Rest der Mannschaft das Abendessen zu. Alle waren über die Kochkünste unseres „Chefkoches“ Auer Reini verwundert, der jeden Tag ein einfaches, jedoch sehr schmackhaftes Menü hervorzauberte.

Am Samstagvormittag durchkletterten wir den „Osogna“ Canyon, welcher als Highlight einen schwierigen 50m Abseiler im starken Wasserstrahl aufzuwarten hat. Dieser Canyon konnte von unserer Gruppe rasch bewältigt werden.

Am Nachmittag teilten wir die Gruppe auf. Eine Gruppe durchkletterte den „Riale Boggera“ – eine phantastische Schlucht, welche wir schon von früheren Besuchen her kannten. In diesem Canyon wurden ausgiebig Seilmanöver geprobt.

Die zweite Gruppe erkundete die „Pontirone“ Schlucht, welche sich tief eingeschnitten präsentiert. Zu Beginn der Tour müssen einige eigenwillige Abkletterpassagen bewältigt werden, bis eine spektakuläre 50m Abseilstelle erreicht wird. Danach folgen einige technisch schwierige Sprünge mit Höhen bis zu 13m. Wir bewunderten die wundervollen Felsformationen beidseits von uns und beeindruckt schwammen wir durch türkisblaues Wasser bis zum Ausstieg.

Die Heimreise am Sonntag verlief ereignislos und müde kamen wir am Abend in die Steiermark zurück.

Bericht & Fotos: Miko Kohlhofer