Canyoningrettungsübung  in der Salzaschlucht (25.4.2015)

In den Morgenstunden traf sich die Canyoningrettungsgruppe der steirischen Bergrettung bei strahlendem Sonnenschein an der Salzaschlucht in St. Martin am Grimming, um die jährliche Frühjahrsübung abzuhalten.

Zu Beginn stellte Hr. Ivenz von der österreichischen Canyoningvereinigung einen neu entwickelten Canyoningrucksack vor. Dieses neue Produkt wurde von den Canyoningrettern sehr positiv beurteilt und sogleich mehrere Rucksäcke bestellt.

Anschließend wurden wir von unserem Bergrettungsarzt, Dr. Martin Hasibeter, in fortgeschrittener Sanitätshilfe geschult. Detailliert wurden neue Wiederbelebungsrichtlinien besprochen. Danach trainierten wir  ausgiebig an der Reanimationspuppe.

Am späten Vormittag begaben wir uns in den Canyon. Am Programm stand heute ein Seilbahnbau über den 26m hohen Schlusswasserfall. Zum schonenden Abtransport von Verletzten ist die Seilbahn das Mittel der Wahl – speziell wenn Hubschraubereinsätze nicht möglich sind.

Zur Verbesserung der Standplatzqualität mussten zusätzliche Bohrhaken eingebracht werden. Ein Canyoningretter seilte sich sodann über den Wasserfall ab, um das erste Seilbahnseil zur am Schluchtausgang postierten Gruppe zu bringen. An den blau gefärbten Lippen unseres Kollegen war zu erkennen, dass heute das Schwimmen im 5°C kalten Wasser ein wahres Vergnügen darstellen wird. Belustigt wurde über den Anti Aging Effekt von kaltem Wasser gescherzt.

Die Seilbahnseile konnte schließlich nach 60m sicher verankert werden. Als Testperson legten wir den Ausbildungsleiter der steirischen Bergrettung, Staudacher Andi, in die UT 2000 Trage und zusammen mit einem Retter wurden dann Beide über die Seilbahn abgelassen. Anschließend wurden weitere Canyoningretter über die Seilbahn abtransportiert.

Die Salzaschlucht wird häufig von kommerziellen Abenteueranbietern geführt. Um eine spezielle Passage sicherer zu gestalten (und zur Unfallprävention), bohrten wir einen zusätzlichen Standplatz. Dabei entdeckten wir eine tote, verwesende Gämse. Der Gestank war schwer auszuhalten, jedoch entfernten wir das tote Tier aus der Schlucht, um Begehern des Canyons den grausigen Anblick zu ersparen.

Die Abschlussbesprechung der Übung fand im Dorfwirtshaus in Lengdorf statt.

Bericht: Miko Kohlhofer-Feichter / Bilder: Christian Pieberl