Herbstübung der Canyoning-Rettung  Bruckgraben am 20.092014

Am Samstag früh morgens trafen sich die Retter im Gesäuse um die Herbstübung mit Schwerpunkt Bruckgraben durchzuführen. Der Schluchtausgang des Bruckgrabens mündet direkt in die Enns so dass sich eine kleine Gruppe aufmachte und am Schluchtausgang zwei Raftboote deponierte.

Der anschließende Rückmarsch zum ausgeschriebenen Treffpunkt Parkplatz Bachwirt gestaltete sich kurzweilig, und so konnten wir unseren Zeitplan Abmarsch 8.30 Uhr einhalten. Mit reichlichem Material im Canyoningrucksack  marschierte die Gruppe flott Richtung Brucksattel. Die enormen Wassermassen der vergangenen Regenfälle hinterließen ihre Spuren im Bruckgraben, sodass wir uns zur Aufgabe machten die Stände und Seilgeländer zu überprüfen und zu sanieren.

Der Aufstieg zum Brucksattel  war nach eineinhalb Stunden geschafft, darauf folgt ein kurzer Abstieg zum Einstieg  Bruckgraben wo wir vor der eigentlichen Begehung eine kurze Pause einlegten. Nach einer Jause und dem Anlegen der Ausrüstung wurde die Mannschaft in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe hatte die Aufgabe alle Stände neu einzurichten, dabei bewährte sich einmal mehr die Benzinbohrmaschine. So kam die gesamte Mannschaft sehr rasch voran, und arbeitete sich durch die grandiose Schlucht. Immer wieder kam es vor das unter erstaunten Ausrufen ein alter Abseilstand in mehreren  Metern Höhe gesichtet wurde.

Der komplette Schluchtenverlauf hat sich derart verändert das eine neue Topographie angefertigt werden muss. Im Mittelteil der Schlucht, der uns von einem Einsatz sehr gut in Erinnerung ist, mussten wir unter einer sehr engen Verklausung durch, die nur ohne Rucksack zu bewältigen war.

Im Alarmplan Bruckgraben sind zwei Bergepunkte angegeben an denen es möglich ist Mannschaft bzw. Material per Hubschrauber anzuliefern.Diese Bergepunkte (rot und grün) sind für jeden ersichtlich an der orographisch rechten Seite der Schlucht unter Anführung der alpinen Notrufnummer angebracht, und von den Wassermassen verschont geblieben. Die Bohrmaschine wurde von einem Retter zum anderen überreicht so dass jeder einen Stand einrichten konnte. An so mancher Stelle wurden Seilgeländer eingerichtet um ein sicheres schnelles Vorankommen der Gruppe zu ermöglichen. Das mitgeführte Material wurde zusehends weniger und die Schlucht konnte von uns in einen brauchbaren arbeitstechnischen und für mögliche Einsätze sicheren Zustand wieder hergestellt. Trotz des Arbeitsaufwandes und der technischen Schwierigkeiten war die Sanierung bzw. die Begehung durch die Rettungsgruppe nach dreieinhalb Stunden beendet.

Am Schluchtenausgang konnten wir eine Rast in der Nachmittagssonne genießen und nach dem Eintreffen aller Retter zum letzten Teil unserer Herbstübung  übergehen. Die zwei Raftboote die wir frühmorgens am Ufer der Enns deponiert hatten leisteten uns nun guten Dienst. Schnell waren die Aufgaben an die Mannschaft verteilt, Bootsführer und Frontmann links und rechts eingeteilt und schon ging die Fahrt los.

Da wir das Raften, sprich Bootfahren,  in die Ausbildung aufgenommen haben, war auch dies keine große Herausforderung für unsere Canyoningrettungsgruppe.  Etwas müde konnte  die Mannschaft die letzten Sonnenstrahlen der Herbstsonne genießen und nach einer dreiviertel Stunde Fahrt anlegen. Nachdem die Boote und das Material versorgt waren, wurden die Fahrzeuge wieder überstellt und die Gruppe fand sich wieder am Parkplatz Bachwirt ein.

Ein arbeits- und erfahrungsreicher Tag endete mit der Nachbesprechung beim Bachwirt wo für das kommende Jahr schon wieder neue Plänen geschmiedet wurden.

Bericht: Harald Glitzner / Michael Miggitsch Fotos: Canyoning Rettungsgruppe Steiermark