Canyoningretter aus der Steiermark üben gemeinsam mit Kollegen aus Nieder- und Oberösterreich
(42 Canyoningretter proben den Ernstfall in der Weissenbachschlucht bei Radmer)

Mit einem Neoprenanzug, Helm, speziellem Klettergurt und einem Seil eine Schlucht von oben nach unten bezwingen - das ist Canyoning.  

Neben dem sportlichen Reiz des Abenteuers, steht vor allem das Naturerlebnis im Vordergrund. Bei dieser Sportart spielen Teamgeist und das gegenseitige Vertrauen eine wichtige Rolle. Bei vielen Canyoningtouren steht in erster Linie das gemeinsame Naturerlebnis im Vordergrund.

Seit sechs Jahren bildet der Steirische Bergrettungsdienst nun Bergretter zu Canyoning-Rettern aus. Federführend für die Steiermark war und ist dabei Martin Pircher, der gleichzeitig der verantwortliche Referent im Steirischen Bergrettungsdienst dafür ist.

In der Steiermark eigen sich zwölf Schluchten für diesen Sport.

Der Nationalpark Gesäuse ist ein bei Canyonauten beliebtes Gebiet und was lag näher als gemeinsam eine große Übung in Zusammenarbeit mit den Canyoningrettern aus Nieder- und Oberösterreich abzuhalten. Vor allem auch darum, dass die Retter aus den anderen Bundesländern mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut gemacht werden. Der Bruckgraben, sowie die Weissenbachschlucht im Gesäuse sind bei Canyonauten beliebte, aber auch gefährliche Schluchten.

Am 12. September fand nun eine gemeinsame Übung der Steirischen Canyoningrettungsgruppe mit den Rettungsgruppen der benachbarten Bundesländer statt, denn die Weissenbachschlucht, die diesmal als Übungsgebiet diente, bietet sich ideal für so eine große Übung an.

Sinn dieser Übungen ist es, sich miteinander vertraut zu machen und gemeinsam Bergungen durchzuführen.

Übungsannahme: 2 Canyonauten begehen die Weissenbachschlucht, wobei sich einer der beiden kurz nach dem Start ihrer Tour beim Abseilen durch einen Wasserfall schwer verletzt. Sein Kamerad versorgt ihn notdürftig und versucht so schnell wie möglich die Einsatzkräfte zu alarmieren. Nach der Alarmierung durch die LWZ treffen sich die Einsatzkräfte am Ausgang der Weissenbachschlucht. Von dort koordiniert die Einsatzleitung sämtliche Aktionen in und außerhalb der Schlucht. Nach einem schweißtreibenden Anstieg von einer Stunde erreichen die Canyoning-Retter den Beginn der Schlucht und finden bald darauf den geschockten Verunfallten. Die Canyoningretter teilen sich in 3 Gruppen. Während die erste Gruppe die Abseilstellen vorbereitet, Seilgeländer baut und alles für den reibungslosen, schnellstmöglichen und vor allem schonenden Transport des Verunfallten herrichtet, versorgt und transportiert die zweite Gruppe den Verunfallten. Die dritte und letzte Gruppe sorgt für den Abbau der Sicherungen bzw. sammelt sämtliches Material, das nicht benötigt wurde ein. Mit welch körperlicher Anstrengung das verbunden ist kann nur jemand nachvollziehen, der so eine Übung erlebt, miterlebt und vor allem daran beteiligt war. Nach zwei Stunden ist der Verunfallte aus der Schlucht transportiert.

Welch hohes Ansehen die Gruppe um Martin Pircher hat, zeigt einmal mehr das Interesse von Rettern aus anderen Bundesländern. Auch ist für die Zukunft angedacht grenzübergreifend sich bei Einsätzen gegenseitig zu unterstützen.

Nachfolgend einige Impressionen von dieser Übung: Von der Einsatzbesprechung, über den Anmarsch bis zur Bergung und den erfolgreichen Abtransport des Verunfallten.

Alle Fotos: Erich Bretterbauer, Landesleitung Steiermark, Presse & Medien