12 Schluchtenwanderer in der Lamingschlucht vermisst
(Gebiet Hochschwab übt für den Ernstfall, unterstützt durch die Canyoning Rettungsgruppe)

Es ist Samstagfrüh, ein bedeckter ruhiger Tag im Hause der Familie Stockreiter. Hans Stockreiter sitzt gemütlich beim Frühstück, als plötzlich das Telefon schrillt. Im „Nebenjob“ ist Hans Stockreiter Einsatzleiter der Bergrettung Tragöß. Eine aufgeregte Frauenstimme erzählt, dass eine Wandergruppe in der Früh die Lamingschlucht begehen wollte und nicht beim vereinbarten Treffpunkt erschienen ist. Sie mache sich große Sorgen!

Kurz darauf ist eine groß angelegte Einsatzübung der Bergrettung des Gebietes Hochschwab, mit den Ortsstellen Bruck – Mariazell – Thörl – Aflenz – Kapfenberg – Turnau – Tragöss – Mixnitz, im anlaufen. Da sich die Schlucht über mehrere hunderte von Metern windet, entscheidet sich Hans Stockreiter, neben der Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel auch die Canyoningrettungsgruppe, über die Landeswarnzentrale, alarmieren zu lassen.

Nach kurzer Zeit treffen 109 Mitglieder der verschiedenen Einsatzorganisationen im Bereich der Pfarreralm, die die Basis für die Einsatzleitung bildet, ein. 90 Bergretter, 2 Lawinenhundeführer, 7 Canyoningretter, 2 Einsatzfahrzeuge des Roten Kreuzes mit jeweils 2 Mann Besatzung und die Freiwillige Feuerwehr Tragöß, die den Mannschaftstransport ins Einsatzgebiet übernimmt.

Auch Gerhard Rieglthalner von der Alpinpolizei ist vor Ort, um sich ein eigenes Bild von dieser Übung zu machen.

Die Eintreffenden Mannschaften werden genau koordiniert und über die gesamte Schlucht verteilt. Im Ausgangsbereich der Lamingschlucht beginnen die 2 Hundeführer mit der Suche Schluchtaufwärts, während die Canyoningretter vom oberen Bereich die Schlucht abwärts abzusuchen beginnen. Die verschiedenen Ortsstellen beginnen sich an möglichen Unfallpunkten in die Schlucht abzuseilen und so die Vermissten zu suchen. Nach kurzer Zeit schon ist ein eifriger Funkverkehr im Gange. Laufend treffen Meldungen über aufgefundene, mehr oder minder schwer verletzte Personen ein. Hans Stockreiter verteilt die Mannschaften nun gezielt zu den Auffindepunkten und nun beginnt die äußerst schwierige Bergung der Verunglückten. Sie fordert von den Bergrettern das Letzte an körperlichem Einsatz.

Nach knapp 4 Stunden ist der Letzte der Verunfallten aus der Schlucht geborgen und dem Roten Kreuz zum Abtransport übergeben.

Bei der Abschlußbesprechnung zeigten sich nicht nur Gerhard Rieglthalner, Gebietsleiter Arnold Fuchs, sondern auch die Beobachter vom Roten Kreuz tief beeindruckt, nicht nur von der Schwierigkeit der Übung, sondern auch von der Professionalität mit der die Verunfallten binnen kürzester Zeit nicht nur medizinisch erstklassig versorgt, sondern auch geborgen wurden.


Einsatzbesprechung: EL Hans Stockreiter mit Josef Fluch

Die Suche läuft an

Der erste Verunfallte ist gesichtet und nun wird zu ihm abgeseilt

Canyoningreferent Stv.
Kohlhofer-Feichter Michael seilt sich zum Opfer ab

Der Verunglückte wird medizinisch erstversorgt und nach oben aus der Schlucht geborgen

Ein weiterer Verunfallter wird versorgt und anschließend nach oben aus der Schlucht geborgen

Die Übung verlangte von allen das Letzte an körperlichem Einsatz


Bergung aus der SChlucht