Canyoningunfall im Bruckgraben

Am 20.5.2007 ereignete sich am Nachmittag im Bruckgraben ein folgenschwerer und gefährlicher Einsatz für die Canyoning – Rettungsgruppe der Steirischen Bergrettung.

Eine Gruppe von vier Personen aus Niederösterreich und Wien ist am Sonntag in die ca. 3,5 Kilometer lange Schlucht im Gesäuse eingestiegen. Beim Abseilen hat sich eine tonnenschwere Platte gelöst und einen Bergsteiger unter sich begraben. Zunächst versuchten die drei anderen Kameraden den Verunglückten selbst zu bergen. Nachdem dies nicht möglich war und in diesem Bereich kein Handyempfang besteht mussten sie vorerst weiter Richtung Schluchtausgang. In weiterer Folge wurde über den Alpinnotruf die Landeswarnzentrale verständigt. Von dort wurde Großalarm ausgelöst. Ein derartiges Einsatzszenario war bereits  vor zwei Jahren Thema für eine erste Übung in diesem Bereich. Neben der neuaufgestellten Canyoning Rettungsgruppe wurde auch die zuständige Bergrettungsortsstelle Admont und das Canyoning-Kompetenzteam der  Alpinpolizei alarmiert. Die Bergemannschaften wurden von zwei Hubschraubern zu den bereits vorbereiteten Abseilstellen geflogen. Dadurch war ein rascher Einsatz möglich und musste nicht wie sonst üblich die gesamte Schlucht bis zu Unfallstelle begangen werden.

Nachdem der Verunfallte unter einer großen Felsplatte begraben war, musste auch die Feuerwehr alarmiert werden. Mit einem Hebekissen konnte schließlich unter gefährlichen Bedingungen die Person nur mehr tot geborgen werden. Aufgrund des lockeren Gesteins drohten weitere Felsmassen auszubrechen. Dadurch waren die Einsatzkräfte extrem gefährdet. In einer Trage konnte der Verunfallte zu einem Bereich transportiert werden von wo eine Aufnahme durch den Hubschrauber möglich war. Der Hubschrauber vom  Bundesministerium für Inneres, Flugeinsatzstelle Klagenfurt, konnte mittels 50 Meter Tau die Bergung durchführen.