Spektakuläre Nachtübung Salzakraftwerk

Seit die Trendsportart auch bei uns Fuß fasst und es dadurch vermehrt zu Unfällen, leider nicht immer glimpflicher Natur kam, sah sich die Steirische Bergrettung veranlasst, eine eigene Einsatzgruppe auf die Beine zu stellen. Seit gut 2 Jahren ist nun diese Gruppe, innerhalb der Steirischen Bergrettung, unter der Leitung von Martin Pircher, aktiv, die sich mit Unfällen und den daraus resultierten Rettungseinsätzen befasst. Diese hochprofessionelle Gruppe ist über den Alpinnotruf 140 der Landeswarnzentrale erreichbar. Die Mitglieder werden bei Unfällen mittels SMS über dieselbe alarmiert.  

Man versteht unter Canyoning das Begehen einer Schlucht von oben nach unten (in der Frühzeit des sportlichen Canyonings auch von unten nach oben) in den unterschiedlichsten Varianten. Durch Abseilen, Abklettern, Springen, Rutschen, Schwimmen und manchmal sogar Tauchen gelangt man in geeigneter Ausrüstung durch die Schluchten. Als Erlebnissportart etablierte sich Canyoning vor gut zwei Jahrzehnten in Spanien und Südfrankreich. In den letzten Jahren folgte der Durchbruch auch bei uns. Und gerade deshalb ist das ständige Üben und Trainieren unter den schwierigsten Bedingungen notwendig.  

Am Samstag, dem 30. September 2006 fand deshalb eine groß angelegt Übung in Zusammenarbeit der Canyoning Rettungsgruppe, gemeinsam mit der Bergrettung Gröbming, der Canyoninggruppe der Polizei, der Freiwilligen Feuerwehr St.Martin am Grimming und dem Roten Kreuz Gröbming in der berühmt-berüchtigten Salzaschlucht, im Ennstal, statt. Insgesamt waren 45 Personen daran beteiligt. Diese Österreichweit erste Nachtübung einer Canyoning Rettungsgruppe, war für die steirische Bergrettung und die Canyoning Gruppe der Polizei eine Prämiere. 

Die Übungsannahme war, dass 2 Jugendliche, noch am frühen Abend, in die Tour eingestiegen waren. Einer der Burschen rutsche aus und brach sich dabei den Oberschenkel. Auf Grund der späten Tageszeit und Alarmierung durch die Eltern, kam es zu einem spektakulären Nachteinsatz, der von allen Beteiligten das Letzte an Einsatzbereitschaft, psychischer und physischer Kraft forderte.  

Dementsprechend schwierig gestaltete sich auch die Bergearbeit bei vollkommener Dunkelheit in der Wasserführenden Schlucht. Es stellte sich aber heraus, dass bei guter Ausrüstung, perfekter Ausbildung und Zusammenarbeit der Retter, auch Einsätze unter diesen denkbar schwierigen Bedingungen machbar und durchführbar sind. Zum Übungserfolg trug auch wesentlich die Feuerwehr St. Martin am Grimming bei. Sie leuchtete den 30m hohen Schußwasserfall aus. Erst dadurch konnte der Verletzte sicher den Kameraden der Bergrettung Gröbming und den Männern des Roten Kreuzes Gröbming zum weiteren Abtransport übergeben werden. 

Einmal mehr hat sich bestätigt,  dass  durch ein professionelles Zusammenspiel sämtlicher an der Übung beteiligen Einsatzkräfte, inklusive der Landeswarnzentrale Steiermark, Leistungen vollbracht werden können, die für die Mehrheit der Bevölkerung undenkbar erscheinen.